Natur Natur sein lassen

Nach Angaben von dänischen und deutschen Experten wurde das Virus bereits im Frühjahr vor der schwedischen Küste und im Herbst für das dänische Kattegat nachgewiesen.

Wie der Erreger von dort ins Wattenmeer gelangte, ist noch nicht abschließend geklärt. "Wir gehen davon aus, dass die Grippe der Seehunde ein natürlicher Vorgang ist", sagte Nationalparkleiter Detlef Hansen in Tönning. Der Seehund-Bestand sei durch das Grippevirus nicht gefährdet. Vermutlich überstanden knapp 90 Prozent der Tiere die Erkrankungswelle gut.

Die im dänisch-deutsch-niederländischen Wattenmeer lebenden Seehunde bilden eine gemeinsame Population. Im Sommer lebten dort etwa 39.000 Seehunde, davon etwa 13.000 vor Schleswig-Holsteins Küste. Auch ohne akute Erkrankungswellen verendeten jedes Jahr mehr als tausend Seehunde an den Küsten. Man müsse die Regeln der Natur akzeptieren, zu dem auch das Sterben von Wildtieren gehöre, sagte Hansen: "Im Nationalpark heißt es, Natur Natur sein lassen."

Quelle: n-tv.